COMENIUS Europa im Klassenzimmer

Arbeitstreffen Porec, HRCOMENIUS ist an unserer Schule ein recht bekannter Begriff. Für alle, die noch nichts damit anfangen, hier noch einmal eine kurze Erklärung.
Comenius ist eines der Bildungsprogramme der EU und richtet sich an Lehrende und Lernende aller Bildungsstufen und Einrichtungen, also vom Kindergarten über Pflicht- und Fachschulen bis zum Schulabschluss in AHS oder BHS.

Comenius unterstützt finanziell folgende Aktivitäten:
Schulpartnerschaften zwischen zwei oder mehreren Schulen innerhalb der EU, Netzwerke von Schulen, eTwinning (eine virtuelle Schulpartnerschaft für alle Computer-Freaks) und Fortbildungsmaßnahmen von Einzelpersonen, wie Assistenzkräfte oder auch SchülerInnen, die ein Jahr an einer ausländischen Schule absolvieren möchten.
An unserer Schule wurde bereits eine zweijährige Schulpartnerschaft mit Schüleraustausch mit Polen durchgeführt, wir haben uns in eTwinning versucht und hatten bereits drei Comenius-Assistentinnen, aus Estland, Irland und Finnland.
Wir durften bereits für drei ausländische Lehrkräfte (aus Lettland, Luxemburg und Finnland) Gastschule für sogenanntes Job-Shadowing sein und erwarten eine weitere finnische Lehrkraft im Oktober. Wenn eine Lehrkraft Job-Shadowing beantragt, dann wurde sie von einer ausländischen Schule eingeladen, zwischen einer und drei Wochen dem Unterricht (natürlich v.a. in den Fächern, die diese Lehrkraft selbst unterrichtet) an dieser Schule beizuwohnen.
Ich selbst habe im April 2011 eine Woche an einer finnischen Gesamtschule und einem Gymnasium verbracht, weil ich endlich wissen wollte, woher die guten Pisa-Resultate der Finnen kommen (siehe Jahresbericht 2011 unserer Schule).

Im Februar 2011 haben wir ein weiteres Projekt zusammen mit 6 weiteren Ländern eingereicht. Seit September arbeiten wir - das sind Finnland, Kroatien, Lettland, Polen, Rumänien, die Türkei und wir - an der Durchführung. Ich als Repräsentantin unserer Schule wurde zum sogenannten „Koordinator“ gewählt, d.h. wir am Gym organisieren die Projekte, die Reisen und achten auf deren Durchführung. Wir motivieren die einzelnen Länder, sich auszutauschen und voneinander und miteinander zu lernen. Das gesamte Projekt wird sich über zwei Jahre erstrecken.

FOOTPRINTS

ist ein Umweltprojekt dieser 7 Länder und hat es sich zum Ziel gemacht, SchülerInnen und Lehrkräfte zu umweltbewussterem Handeln innerhalb der Schule zu motivieren.

Zwei Wege sollen zu diesem Ziel führen:

Zum einen wird sich jede beteiligte Schule verpflichten, über 6 Monate eine Aktion durchzuführen, die als „umweltschonend“ bezeichnet werden kann, dessen Fortlauf zu dokumentieren und über dessen Erfolg bzw. Misserfolg zu berichten. Das kann z.B. die Mülltrennung im Klassenzimmer sein, die noch keineswegs in jedem EU-Land Einzug genommen hat und selbst bei uns nicht so richtig funktioniert, oder auch der Versuch, Biomüll zu kompostieren und den Kompost dann an Gartenbesitzer weiterzugeben. Ziel wäre es natürlich, diese Versuchsreihe, wenn sie erfolgreich ist, als ständiges Verhalten an der Schule einzuführen.

Zum zweiten wird es an den einzelnen Schulen individuelle Projekte geben, die sich in vier Gruppen gliedern lassen: waste, food, natural ressources und energy (die Arbeitssprache ist übrigens Englisch).
Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt; da kann man in TEW aus Müll Kunstwerke bilden, aus Abfall neue Gebrauchsgegenstände herstellen, in Deutsch einen Umweltkrimi lesen oder gar einen solchen selbst schreiben (was natürlich auch in Englisch geht), sich mit der Geschichte von Mensch und Umwelt beschäftigen, einen Umwelt-Song komponieren usw. Die naturwissenschaftlichen Fächer haben hier klarerweise die Nase vorn. Es können Exkursionen in z.B. Windparks, Müllverbrennungsanlagen etc. gemacht oder naturwissenschaftliche Versuche durchgeführt werden.

Ein wichtiger Punkt bei einem Comenius-Projekt ist der Besuch der Partnerländer.

5 Lehrkräfte sind im Oktober zum ersten Treffen der Partner nach Kroatien (Bericht und Fotoalbum in Kürze auf der FP-Homepage) gefahren, um die genauere Vorgangsweise bei den Aktivitäten zu besprechen. Informatiklehrer von 5 Ländern waren um die Erstellung der Homepage bemüht.

Im Dezember gab es ein Treffen in Rumänien, danach sind Finnland und Polen, und im Laufe des Schuljahres 2012/13 Lettland und die Türkei geplant. Ab dem zweiten Treffen in Rumänien haben auch SchülerInnen die Möglichkeit, mitzufahren. Es ist geplant, pro Reise 1-2 Lehrkräfte und 2-3 SchülerInnen mitzunehmen. Jedes Treffen wird sich über etwa 4 Tage erstrecken.

Im Dezember 2012 werden sich die Comenius-Partner in Laa treffen. Wir hoffen, sie mit vorweihnachtlichem Ambiente verwöhnen zu können.

Am Gym haben die Aktivitäten schon begonnen:

Das 2. Fest der bunten Kinder hatte sich der Müllvermeidung und –trennung verschrieben. Es gab kein Wegwerfgeschirr und Dekorationsmaterial (Kartonagen) wird im Unterricht weiterverwendet werden. Natürlich achteten wir genau auf die Mülltrennung

Die dritten und vierten Klassen waren auch dieses Jahr bemüht, den Schulweg klimafreundlich zurückzulegen, und nahmen damit an der Klimameilen-Kampagne des Klimabündnisses, des größten kommunalen Klimaschutz-Netzwerkes Europas, teil. Das heurige Ziel für Österreich war es, die 1.000.000. Klimameile zu erreichen. Gesammelt wurden diese Meilen durch umweltfreundlich zurückgelegten Schulweg, also alle, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Bahn oder Bus unterwegs sind.

Über den Erfolg unserer SchülerInnen wird natürlich auf der Homepage berichtet.

Frau Prof. Hahn-Hirschbrich beschäftigt sich im WPF BE mit Elektro-Schrott; unterstützt von Frau Prof. Habiger werden Computerteile analysiert, ihre Wiederverwertung untersucht und zu neuen Objekten verarbeitet. Teil dieses Projektes ist eine Exkursion zur Firma Trashdesign und in die Müllverbrennungsanlage Spittelau. Im nächsten Jahr hat Prof. Habiger vor, sich im Physikunterricht in ähnlicher Weise Haushaltsgeräten zu widmen. Wir sind auf das Resultat schon sehr gespannt.

Auf handwerklicher Ebene arbeitet Frau Prof. Rabl-Steindorfer mit Schülern der 2a und 2d; sie stellen ganz vorweihnachtlich Laternen her, und zwar aus Milchpackerln. Bei der Weihnachtsfeier der Lehrkräfte sollen diese dann als Tischschmuck dienen.

Auch von der Biologie gibt es zu berichten: Frau Prof. Stangl und ihre SchülerInnen verarbeiten PET-Flaschen zu Mini-Kompostern und werden dann den Prozess des Verrottens beobachten und dokumentieren.

Wir wollen aber nicht alles vorwegnehmen; zu jedem Projekt wird es einen Eintrag mit genauer Dokumentation auf der eben entstandenen Footprints- Homepage geben: http://www.footprints.eu.tf.

Uns sieben Ländern ist dieses Projekt sehr wichtig. Wir hoffen, viel von- und miteinander lernen und am Ende der beiden Jahre sagen zu können: Wow, das war eine wirklich coole Zeit!

Bitte helft alle mit, dass es auch soweit kommt!